Schwester (2012)

von Jon Fosse

Ein kleiner Junge verläßt am frühen Morgen, als alle noch schlafen, das Haus und geht auf Entdeckungsreise.
Staunend erlebt er seine Umwelt: das Gras, das im Wind hin und her weht, die Wolken am Himmel, die kleinen Wellen, die an das Ufer schwappen.
Doch seine Mutter schimpft mit ihm, als sie ihn schlafend im Gras findet. Sie hat sich Sorgen gemacht. Schließlich ist er noch ein kleiner Junge und darf nicht einfach raus gehen und schon gar nicht allein und im Schlafanzug.
Der Junge versteht das nicht. Er hat doch nichts Böses getan. Er wird traurig. Doch er wird nie ganz allein sein müssen, denkt er und dann legt er den Kopf an die Schulter von seiner Schwester und sie legt den Arm um seinen Bauch.

Wie auf einer Perlenkette reihen sich in diesem Kinderbuch die Gedanken des Jungen aneinander und eröffnen uns ein Universum kindlicher Wahrnehmung. Der kindlichen Unbekümmertheit stellt der norwegische Autor Jon Fosse die elterlichen Ängste und Sorgen gegenüber. Die Diskrepanz, die zwischen Kinder- und Erwachsenenwelt sichtbar wird, könnte kaum eindrücklicher beschrieben werden.

 

Autor: Jon Fosse
Regie:
Claus Overkamp
Dramaturgie: Tina Jücker
Bühne: Tina Jücker,Regina Rösing
Kostüme: Regina Rösing
Spiel: Philip Schlomm, Hannah Biedermann
Technik: Bene Neustein
Theaterpädagogik: Sarah Mehlfeld
Zielgruppe: Kinder ab 6 Jahre (+Vorschule) und Erwachsene
Spieldauer: 50 Minuten
Uraufführung: 12.Mai 2012
Rechte: Rowohlt Verlag, Hamburg

EINGELADEN ZU:

– Boxenstop 2012, Leipzig
– Theaterfest der AGORA, St.Vith – Belgien
– AUGENBLICK MAL! 2013
– SCHÄXPIR Festival 2013, Linz – Österreich
– SPIELARTEN Festival 2013, NRW
– Kindertheater des Monats NRW
– nominiert für den FAUSTPREIS 2013

Pressestimmen:

„…Es sind kleine Gesten, die Hannah Biedermann und Philip Schlomm in „Schwester“ brauchen, um das wunderbare Buch von Jon Fosse auf der Bühne zu erzählen…Mit minimalen Mitteln verwandeln sich die beiden Schauspieler in ihre Rollen, aber sie tun nie so als ob: Sie performen…„Schwester“ ist ein Beispiel wie sich Erzählen und Performen miteinander verbinden, unterstützt durch einen genau kalkulierten  Technikeinsatz – und den Persönlichkeiten von Hannah Biedermann und Philip Schlomm.“ Zum vollständigen VOTUM von AUGENBLICK MAL! 2013

„…„Schwester“ überzeugt mit ihrer poetischen Stille. Diese im besten Sinne unspektakulare Kollision von Kinder-und Erwachsenenwelt übersetzt Regisseur Overkamp mit Feinsinn und Live-Videokunst…“ Theater der Zeit 06/2013

„…Hatte der Regisseur mit den beiden exzellenten Schauspielern nicht schon alles an diesem Fosse für Kinder erkannt?…“ Theater heute, Juli 2013

„…Overkamps Inszenierung im transparenten Bühnenbild von Tina Jücker und Regina Rösing ist ein poetisches Spiel mit kindlichen Fantasien. Die Schauspieler Philip Schlomm und Hannah Biedermann sind die kleinen Entdecker der großen Weltwunder, machen aus einer Waschschüssel ein Meer, zaubern eine Wiese herbei und erschaffen sich eine eigene Wirklichkeit aus Wörtern, Klängen und Bildern…“ Zur vollständige Pressekritik vom Generalanzeiger Bonn

„…Claus Overkamp lässt seine beiden Schauspieler weitestgehend in der dritten Person sprechen, gelegentlich auch chorisch. Die Beziehung zwischen den Geschwistern vermittelt sich fast ausschließlich über Mimik und Körpersprache. Hannah Biedermann und Philip Schlomm spielen intensiv und rückhaltlos. Mit fast tänzerischer Eleganz zeigen sie das geheime Verständnis zwischen den Kindern…“ Zur vollständige Pressekritik von der Deutschen Bühne

„…Die Aufführung ist ein Blick in den Kopf des Kindes. Die beiden Schauspieler Hannah Biedermann und Philipp Schlomm filmen sich am Anfang gegenseitig. Ein Fuß oder ein Auge wird durch das Zoom der Kamera überproportional groß. So sehen Kinder die Welt. Die Akteure nehmen den Text spielerisch, finden entspannte, musikalische Momente…“ Zur vollständigen Pressekritik von Die Welt am Sonntag

„…Die Schauspieler Hannah Biedermann und Philipp Schlomm laufen mit vor kindlichem Staunen weit aufgerissenen Augen durch die weißen Leinwandberge des Bühnenbilds (Tina Jücker und Regina Rösing). Mit Kamera und Mikrofonen entzaubern sie die scheinbare Bekanntheit der Dinge und Körper, vergrößern Augen und Füße in surrealistischer oder eben einfach nur kindlicher Art zu riesigen poetischen Bildern, die von den Bergen wie Spiegelungen eines fremden Himmels widerscheinen[…]Die Geschwister von Biedermann und Schlomm flattern mit überbordender Gestik und Mimik wie junge Vögel durch Bäume, Sträucher und Wiesen, die wie von einer anderen Welt scheinen…“ Zur vollständigen Pressekritik von der Schnüss Bonn

„…Der hochsympathische Philip Schlomm als Bruder und die sich großartig in die kindliche Seele einfühlende, mal kokette, mal neugierige, mal ihren Bruder eifersüchtig machende, mal ihn bewundernde Hannah Biedermann als seine kleine Schwester sind ideale Identifikationsfiguren für die Kinder – und exzellente Schauspieler sind sie obendrein…“ Zur vollständigen Pressekritik von Theater pur NRW

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